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Ethik

Ethik & Technologie: Braucht KI einen Piloten am Steuer?

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Zusammenfassung: Die Fortschritte in der Konversations-KI-Technologie erfordern eine sorgfältige Abwägung der Interessen, die Innovationen fördern und potenzielle schädliche Auswirkungen mildern.

Der Reiz der Konversations-KI

Der Start von ChatGPT-3 hat ein beispielloser Interesse mit über 100 Millionen aktiven Nutzern pro Monat hervorgerufen .

Verbraucher und Organisationen erkennen, wie Fortschritte in der Konversations-KI fast jeden Aspekt unseres persönlichen Lebens und professionellen Umgangs transformieren können. Die fortschrittliche Anwendung von Deep Learning in ChatGPT-3 generiert überzeugende, menschliche Konversationen mit beeindruckenden Ergebnissen. In jüngsten Tests hat ChatGPT-3 die US-amerikanische medizinische Lizenzprüfung und eine MBA-Prüfung von einer der renommiertesten Wirtschaftshochschulen bestanden.

Die geschäftlichen Vorteile der Konversations-KI sind enorm, sodass Microsoft 10 Milliarden Dollar in Open AI investiert hat, um die kommerziellen Anwendungen von ChatGPT-3 zu beschleunigen. Microsoft beabsichtigt, seine Produkte mit den Konversationsfähigkeiten von ChatGPT-3 “aufzuladen”.

Übermäßige Begeisterung

Aber lassen Sie uns vorerst einen tiefen Atemzug nehmen, bevor wir solche transformative Technologie vorantreiben. Trotz ihrer potenziellen Nützlichkeit ist ChatGPT-3 noch in einem frühen Stadium mit vielen Unvollkommenheiten. Unsere Begeisterung könnte sich als verfrüht erweisen. Ohne sinnvolle Analyse kann die ungebremste Übernahme von Konversations-KI ohne regulatorische Schutzmechanismen und menschliche Aufsicht zu einer dystopischen Welt führen, wie sie der englische Schriftsteller Aldous Huxley vorhersagt. Zu viel Vertrauen in die Technologie ohne Verständnis ihrer sozioökonomischen Auswirkungen kann zu schwerwiegenden, wenn auch ungewollten Konsequenzen führen, wie z. B. Beschäftigung, Bildung, Inklusivität und Fairness.

Schließlich basieren die “kognitiven” Fähigkeiten von Chat-GPT-3 auf vorherigen Datenmengen mit eingebauten Vorurteilen, die verstärkt werden können und zu einer Vielzahl von potenziellen Schäden führen können. ChatGPT-3 hat eine “dunkle Seite”, die Anlass zur Sorge geben und den Pausenknopf vor einer weiteren Verbreitung solcher folgenreichen Technologie drücken sollte.

Risiko oder Chance?

Es muss eine Abwägung zwischen den Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung von Konversations-KI und ihren potenziellen Chancen geben. Wenn sie auf sinnvolle Weise eingesetzt wird, mit einer sinnvollen Regulierung von KI, die einen risikobasierten Ansatz mit robuster Aufsicht berücksichtigt, können die potenziellen Vorteile von Konversations-KI realisiert werden. Sie sollte als menschliches Zentrum in Partnerschaft mit Konversations-KI-Anwendungen eingesetzt werden, die die Arbeitsplatz-Erfahrung bereichern. Wie alle Innovationen, die es zuvor gegeben hat, hat KI das Potenzial, neue Fähigkeiten zu schaffen und bestimmte Jobs erfüllender zu machen.

Was ist die Rolle des Gesetzgebers?

Die Demokratisierung von KI-Technologien impliziert, dass öffentliche Behörden eine proaktive Rolle bei der Regulierung ihrer Nutzung spielen müssen. Die Ängste im Zusammenhang mit disruptiven Innovationen sind real. Trotz ihrer Leistungsfähigkeit bleibt künstliche Intelligenz von Menschen abhängig, sei es, um sie zu nutzen oder zu regulieren. Es muss tatsächlich einen Piloten am Steuer geben, wir wissen nur noch nicht genau, welchen Kurs er einschlagen wird. Es gibt zunehmend mehr Momentum für eine umfassende KI-Regulierung, insbesondere den Entwurf des EU-KI-Gesetzes. Mit der potenziellen allgegenwärtigen Übernahme von Konversations-KI wie ChatGPT-3 wächst das Momentum für eine strengere Regulierung und Governance, um sicherzustellen, dass Maßnahmen ergriffen werden, die bestimmte Anwendungen von Konversations-KI verbieten, die als Verletzung grundlegender Menschenrechte angesehen werden.

Andrew Pery ist ein AI-Ethik-Evangelist bei dem globalen intelligenten Automatisierungsunternehmen ABBYY. Er hält einen Master of Law mit Auszeichnung von der Northwestern University Pritzker School of Law und ist ein zertifizierter Datenschutzexperte. Pery hat mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Leitung von Technologie-Management-Programmen für führende globale Technologieunternehmen. Seine Expertise liegt in der intelligenten Dokumentenprozessautomatisierung und Prozessintelligenz mit besonderer Expertise in KI-Technologien, Anwendungssoftware, Datenschutz und KI-Ethik.